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Fukushima hat immer noch globale Auswirkungen

Die Kernschmelze im japanischen Fukushima nimmt seit 2011 ihren Lauf, obwohl Regierungs­behörden und führenden Nachrichtenkanäle wiederholt versichert haben, die Situation habe sich beruhigt. Pausenlos fließt extrem strahlenbelastetes Kühlwasser aus dem zerstörten Kraftwerk in den Pazifik.

Der radioaktive Strom konnte bereits entlang der japanischen Küste nachgewiesen werden und hat das Potenzial, große Teile des Pazifiks und die Westküste Nordamerikas in Mitleidenschaft zu ziehen. Ungeachtet eines potenziellen Ausstoßes von Plutonium in den Pazifik, gab die Tokyo Electric Power Company (Tepco) kürzlich zu, das Werk leite täglich Wasser in den Ozean – verseucht mit der unvorstellbaren Menge von 150 Milliarden Becquerel Tritium sowie sieben Milliarden Becquerel Cäsium und Strontium.

Im krassen Gegensatz dazu steht das Verbot der japanischen Regierung, diverse Lebensmittel wie beispielsweise Gemüse und Fisch an die Bürgerschaft zu verkaufen, sofern mehr als 100 Becquerel Uran-Strahlung pro Kilogramm nachgewiesen werden können.

Mehr: http://tinyurl.com/mpvowcs

Großer Bruder Smart-TV

Shane Harris schrieb im The Daily Beast, Samsung versetze seine Kunden in Aufruhr, weil mithilfe gewisser Samsung-Produkte, unter anderem dem Smart-TV, Daten für Dritte gesammelt werden.

Ein einzeiliger Warnhinweis inmitten der allgemeinen Geschäftsbedingungen weist daraufhin, dass das TV-Gerät Gespräche mithört und die Informationen an eine ungenannte dritte Stelle übermittelt, sobald die Sprachsteuerung aktiv ist. Da die meisten Konsumenten die AGBs der Produkte nicht lesen, sind sie sich nicht im Klaren da­rüber,  auf welche Art die Geräte Daten sammeln und speichern. Samsung  äu­ßerte,  dass  Konsumenten den Geschäftsbedingungen zustimmen würden, indem sie die Stimmerkennungs­funktion nutzen.

Verbraucherschutzver­bände  haben  die  Angelegenheit mit George Orwells Roman 1984  verglichen, in  dem  Fernsehgeräte  für Spionagezwecke  einge­setzt werden.  Neben The Daily Beast gehörte  die BBC zu  den  ersten  gro­ßen  Medienkanälen,  die diese  Nachricht öffentlich machten.  Die  Geschichte von Samsungs  „lauschen­dem“  TV-Gerät fand  zwar Erwähnung in einigen Bei­trägen  größerer  Medien­konzerne – einschließlich CNN-, erfährt  gemessen an der Tragweite der Ent­hüllungen und der Anzahl der  Betroffenen  aber viel zu  wenig öffentliche  Aufmerksamkeit.

Source: http://tinyurl.com/Ijq2g8z

Impfkritik Teil 2

Anschließend an den letzten Beitrag widmen wir uns hiermit in einem längeren Artikel verschwörungsferner, wissenschaftlicher Impfkritik.

Auch Geimpfte übertragen die Masern

Eine bemerkenswerte Studie enthüllt, dass geimpfte Einzelpersonen sowohl an Masern erkranken als auch andere Geimpfte damit anstecken können. Damit wird die verbreitete Annahme, zwei Dosen MMR-Impfstoff seien „zu 99 Prozent“ effektiv, gleich doppelt widerlegt.

Ein grundlegender Irrtum bezüglich der vermeintlichen Effektivität einer Masernimpfung liegt darin, dass der Empfänger einer Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) eine bonafide-Immunität gegenüber diesen Krankheitserregern entwickelt. Der Glaube an die 99-prozentige Immunität dank zweier Dosen MMR-Wirkstoff ist weit verbreitet, obwohl tief greifende Gegenargumente aus der Epidemiologie und Klinikerfahrung vorliegen.

Diese fehlerhafte Annahme führte dazu, dass Öffentlichkeit, Regierung und Politik gleichermaßen dazu übergingen, für auftretende Masernerkrankungen die Nichtgeimpften verantwortlich zu machen, obwohl 18 Prozent aller Erkrankten geimpft sind -wohl kaum eine Bestätigung des „99-prozentigen Sicherheitsanspruchs“ des Wirkstoffs. Auf die offensichtliche Fehlbarkeit der Schutzwirkung verweist auch die Tatsache, dass die Behörden mittlerweile zwei Dosen verlangen.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Zeitschrift Clinical Infectious Diseases eine bahnbrechende Studie. Zu den Autoren gehören Wissenschaftler aus dem Büro für Impfschutz des New-York-City-Departments für körperliche und geistige Gesundheit sowie Wissenschaftler der Zentrale für Impfschutz und Atemwegserkrankungen des Krankheitskontroll-und Präventionszentrums CDC in Atlanta. Die Studie bezog sich auf Erkenntnisse aus dem Masernausbruch in New York im Jahr 2011 und zeigte auf, dass Einzelpersonen, die Antikörper früherer Masernimpfungen aufwiesen, sowohl an Masern erkrankten als diese auch auf andere Menschen übertragen konnten (die sogenannte Zweitübertragung).

Besonders herausgestellt wurde der Fall einer Patientin, die zwei Dosen des Impfstoffs erhalten und dennoch vier ihrer Kontaktpersonen mit der Krankheit infiziert hatte. Zwei dieser Kontaktpersonen hatten ihrerseits bereits die Zweifachimpfung erhalten und wiesen Antikörper im Blut auf.

Das Phänomen, dass Geimpfte andere Geimpfte ansteckten, wurde von Gesundheitsbehörden und Medien weitgehend ignoriert. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der CDC und des Büros für Impfschutz erkannten einen „Bedarf“ an einer
„gründlichen epidemiologischen und laboratorischen Untersuchung von Masernverdachtsfällen, ungeachtet des Impfstatus.“

Sprich: Die Forscher müssen ausschließen, dass Wirkstoffversagen und Ansteckung durch vollständig Erkrankte zu Masernausbrüchen beitragen.

Demgegenüber lässt sich momentan eine reflexartige „Beschuldige das Opfer“-Mentalität feststellen, sobald irgendwo Masern auftreten. Medien und/oder Gesundheitsbehörden stellen den Ausbruch so dar, als sei bewiesen, dass die Betroffenen keinen oder keinen ausreichenden Impfschutz hätten – oftmals ohne ausreichende Beweise für diese Aussage.

Quelle: GreenMedInfo.comhttp://tinyurl.com/n2wc3ux

Teil der Kategorie „Medizin“ der „Wissensschmiede

Impfkritik Teil 1

Folgend 2 kürzere Artikel als Teil einer kleinen Serie zum Thema Impfkritik – fern von Verschwörungstheorien und auch gar nicht in solcher Absicht! Der nächste Beitrag im April schließt thematisch hieran. Erinnert sei auch an den Artikel zur Zur Unvereinbarkeit medizinischer Gesunderhaltung und ökonomischem Profitstreben.

Oberste US-Gesundheitsbehörde manipu­liert Grippe-Sterbeziffer

Die Centers for Disease Control and Preventi­on (CDC), der Forschungs­- und Informationszweig des US-Gesundheitsministeriums, führen jährlich 36.000 Todesfälle auf die Influenza (Grippe) zurück und erklären den Verzicht auf die jährliche Grip­peimpfung zur Ursache; für den tödlichen Verlauf der Krankheit.

Die Amerikanische Ge­sellschaft Examinierter Krankenpfleger ASRN allerdings behauptet, die zehntausenden Grippeto­ten seien nur ein PR-Coup der CDC. Daten aus Sterbeurkunden und der US-Bevölkerungsstatistik besagen nämlich, dass jährlich höchstens 500 Menschen an der Grippe sterben. Darüber hinaus erschien eine Studie im American Journal of Public Health, die vermuten lässt, dass selbst diese Zahl noch zu hoch angesetzt ist.

Laut der ASRN be­schlossen die CDC in den frühen 2000er Jahren, die Grippe-Todesfälle aufzu­bauschen, als sie bemerk­ten, dass die Bevölkerung ihrem Ratschlag zur jähr­lichen Grippeimpfung nicht Folge leistete.

Quelle: ProjectCensored.org, http://tinyurl.com/18ptzds


 

Gates-Stiftung verantwortlich für Impfstoff-Betrug in Indien

Seit 2014 ermittelt das Oberste Bundesgericht von Indien gegen die Bill-&-Melinda-Gates-Stiftung. Der Stiftung wird vorgeworfen, sie habe den Gardasil-Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs (Human Papilloma Virus -HPV) des Herstellers Merck an Menschen getestet, obwohl bereits bekannt war, dass dieser schwerwiegende Nebenwirkungen, Schädigungen und Todesfälle nach sich ziehen kann.

Laut einem Bericht von Narayana Kumar in der Economic Times of India wurden im Jahr 2009 in der indischen Stadt Andhra Pradesh mehrere Tests an16.000    Schülerinnen im Alter von neun bis fünfzehn Jahren durchgeführt.Die Impfstoff-Versuche hatten zur Folge, dass 120 Mädchen schwer erkrankten und sieben verstarben.

Die Erkrankten litten an schweren, durch den Impfstoff hervorgerufenen Nebenwirkungen mit Symptomen wie Krampfanfällen, heftigen Magenschmerzen, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen.Die für eine Durchführung der HPV-Impfung notwendigen Einverständniserklärungen wurden rechtswidrig von den Heimleitern der Mädchen oder von ihren des Lesens und Schreibens unkundigen Eltern mit einem Fingerabdruck unterzeichnet.Viele der Mädchen und deren Eltern verstanden weder die Tests noch die möglichen Risiken der Versuchsstudie, an der sie teilnahmen.

Quelle: ProjectCensored.org,; http://tinyurl.c0m/077mzu2

Teil der Kategorie „Medizin“ der „Wissensschmiede

 

 

Der sterbende Stern

Wenn man sich das folgend Ausgeführte nicht explizit vor Augen führt, hätte man es wohl nie mitbekommen: Der Onlineableger des „Sterns“ namens http://www.stern.de scheint nicht nur keine Rolle mehr in den nationalen Onlinemedien zu spielen – er scheint auch von Googlenews als in der Versenkung verschollen aussortiert.

stern de niedergang

Woran liegt’s?

Nun, wenn man sich die Website des Sterns mal anschaut, kann man schnell erahnen: Eine Aufmachung wie bei Vice, doch eine Inhaltsleere wie Clickbait– oder SEO-Seiten . Macht den Test: geht zu Googlenews und scrollt von oben nach unten; es wird sich kein einziger Artikel gelistet finden, der vom Stern stammt. Schon der deutsche „Starblogger“ Stefan Niggemeier hat vor einigen Jahren die Nichtigkeit des Stern-Onlineauftrittes entlarvt.

Der sterbende Schwan Stern scheint demnach nicht nur der allgemeinen Opferung der Printmedien zu erliegen – er scheint auch das erste prominente Opfer des Mainstream Onlinejournalismus geworden.

Sodann, ihr Medienschaffenden: Nehmt euch ein Beispiel am Stern und macht euren Job – statt ungezwungener Selbstgleichschaltung besser dem Strome entgegen schwimmen…

Wie die Flüchtlingsfrage gelöst werden könnte

In diesen Tagen kommen immer gewaltigere Kraftanstrengungen auf Deutschland zu, denn ungebrochen hält der Flüchtlingsansturm nach Mitteleuropa an – unhaltbaren kriegerischen oder ökonomischen Zuständen versuchen Millionen Menschen weltweit, zu entkommen.  Und wer kann es ihnen verdenken?

Die oberste Ursache der Flüchtlingsbewegung liegt zunächst in der Ausbeutung und Unterdrückungspraxis durch die Erste Welt gegenüber der Dritten Welt. Eine zweite, konkrete Ursache für die vielen Nah-Ost-Flüchtlinge, besteht in der Destabilisierung der gesamten Region durch die US- und NATO geführten Angriffs- und Ressourcenkriege.  Nun löffeln wir die Suppe aus, die wir selbst Jahre lang angerührt haben.

Aber wie ließe sich die Krise nun lösen?

Theoretisch müsste man die Ursache – Armut und Krieg – an ihrer Wurzel packen. Dazu aber bedarf es eines postkapitalistischen Gesellschaftssystems, denn im Gegenwartssystem Kapitalismus gehört Ausbeutung und Krieg untrennbar zusammen. Diese Unvereinbarkeit von Wunsch (globaler Frieden) und Realität muss medial diskutiert werden!

Wie aber die Krise jetzt vor Ort lösen? Letztlich läuft die „Flüchtlingsfrage“ immer auf den Aspekt der Finanzierung hinaus: können wir uns dies leisten? Und hier böte es sich an, endlich mal ein paar Prozentanteile Solidarsteuer der wirklich reichen einzubeziehen – gestaffelt nach vermögen, müssten Millionäre, Multimillionäre und Milliardäre nur wenige Prozent ihres unsäglich gewaltigen Vermögens abtreten und die Kostenfrage wäre vollständig gelöst. Und wahrscheinlich würden es die Betreffenden auch gar nicht mitbekommen, dass an ihrem Kontostand minimalste Veränderung stattfand.

Wieso aber liest man diesen Vorschlag KEIN EINZIGES MAL in den Medien? Vielleicht, weil einige der „Superreichen“ große Mediennetzwerke ihr Eigen nennen? Aber es widerspricht auch dem marktwirtschaftlichen Geist, dass  jemand sein Privatbesitz aus Nächstenhilfe teilen muss. Nein, da belasten wir lieber den normalen Bürger mit all den Unkosten, bloß nicht die Milliarden von dort einfordern, wo sie ungebraucht herumliegen.

NACHTRAG:

Ein äußerst wichtiger fakt wurde völlig vergessen – die Nichthilfe und Ignoranz der reichen arabischen Nachbarstaaten um die Saudi Arabien, VAE, Qatar und co.  Quasi keinen einzigen syrischen Flüchtling haben diese Länder aufgenommen. Wie ist das zu erklären? Und wieso stürzen sich nicht die Medien auf diese Ungereimtheit und fordern diploatmische Konsequenzen? Wieso fordert die Bundesregierung nicht lautstark, sich an der Bewältigung der Flüchtlingskrise zu beteiligen?

Eine mögliche Erklärung für dieses asoziale, unsolidarische Verhalten liefert der Missionierungsgedanke. Macht es aus Sicht dieser muslimischen Staat nicht sehr viel Sinn, Millionen von Muslimen nach Europa wandern zu lassen, sodass sich dort die Religion verbreitet? Auch bergen diese Flüchtlingsströme das Potential zur Destabilisierung des europäischen Sozialgefüges sowie einer ökonomischen Schwächung. Dies wiederum läge doch sehr im Sinne der Wirtschaftskonkurrenz, zum Beispiel der USA. Aus diesem Grund vermuten manche auch den Einsatz der Flüchtlingswelle als sog. Migrationswaffe.

PS. dass wir uns nicht falsch verstehen: ich verstehe jeden einzelnen Flüchtling, habe gar Verständnis für sog. „Wirtschaftsflüchtlinge“ aus dem Balkan. Meinetwegen kann jeder Mensch dorthin gehen, wo er sich am meisten Glück verspricht. Das Problem liegt aber in unserem Gegenwartssystem namens Marktwirtschaft, welches soziale Wohltat als inkompatibel zur Ideologie des ständigen Profitzwanges betrachtet (siehe oben Ausführungen zu den kaum besteurten „Superreichen“). In einem alternativen System  wären die Flüchtlingskosten sehr leicht zu bewältigen, im Kapitalismus allerdings nicht. Zudem setzt der Kapitalismus nicht an den eigentlichen Ursache der Migrationsbewegung an, sondern bedingt diese selbst.

Puttgarden Fähre nach Rödby – Warnung vor Abzockerei und ewiger Wartezeit!

Folgend eine Beschwerdemail zur Erfahrung bei Scandlines und ihrer Fähre von Puttgarden nach Rödby über die Preise, Wartezeiten, Kosten pro Auto etc. Das Fazit vorab: wegen der unverschämt hohen Preise (Hin- und Rückfahrt für 2 Personen im Auto KFZ fast 200 Euro!) lohnt ein Umfahren per Auto allemal, an gut besuchten Tagen wie sonnigem Wetter wartet man auch gern mal 3 Stunden und mehr – man sollte sich also zweimal überlegen, ob man denn die Fähre vom Hafen aus Puttgarden nach Rödby wirklich nehmen möchte.

Erfahrung der Scandlines Fähre Puttgarden <-> Rödby

Nun also die saftig-scharfzüngige Beschwerdemail an Scandlines. Bisher haben sie noch nicht geantwortet und ich nehme an, das bleibt auch so – ein weiteres Indiz für den schlechten Service dieser Fährgesellschaft, die durch knallharte Investoren seit deren Einstieg auf höchstmögliche Profitmaximierung „optimiert“ wurde. Vermutlich haben sie auch die Macht der Suchmaschinentreffer noch nicht erkannt, denn dieser Blogbeitrag wird viele suchende Nutzer zurecht abschrecken und sie vor Unheil bewahren.

Die E-Mail an Scandlines:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Ihnen meinen Unmut und den vieler anderer Autofahrer bei Benutzung der Fähre von Puttgarden nach Rodby mitteilen. Nicht nur sind die unverschämt hohen Preise (187 Euro für zwei Personen im PKW für Hin- und Rückfahrt) eine große Belastung für die Finanzierbarkeit von Durchschnittsfamilien. Hinzu kommen auch noch die extrem langen Wartezeiten von unglaublichen 3 (!) Stunden. Ärgerlich ist außerdem ein nicht nachvollziehbares Abfertigungsprinzip – während wir ewig in der Warteschlange stehen, dürfen gerade erst den Ticketschalter passierte Fahrzeuge ohne Wartezeit an uns vorbeifahren (so geschehen am 18.07.2015 um ca. 17.30 Uhr in der Wartelinie 7). Hätten wir diese nicht hinnehmbaren Ärgernisse gewusst, wären wir in keinem Fall mit Scandlines gefahren – und werden dies in Zukunft auch nie wieder tun!

Im Internet finden sich zahlreiche ähnlich gelagerte Fälle, und auch ich werde diese Unzumutbarkeit der Fährstrecke auf meinem gut besuchten Blog veröffentlichen – Suchmaschinennutzer werden somit schon im Vorfeld darauf hingewiesen, Ihren Betrieb unbedingt zu meiden. Jede Alternativstrecke ist nach Abzug der Wartezeit und Gegenrechnung der Benzinkosten in beider Hinsicht um ein vielfaches (!) günstiger.

Wie wäre es denn, in regelmäßigen Abständen wenigstens elektronische Anzeigetafeln über die verbleibende Wartezeit aufzustellen? So halten Sie die Passagiere nur stundenlang in Ungewissheit und die angestaute Empörung entlädt sich an Board in einer unangenehm vergifteten Atmosphäre unter den Gästen.

Bitte verschonen Sie mich auch in Ihrer Antwort mit einem der üblichen Textbausteine, wonach Sie mir für diese Mail sehr danken, es  Ihnen sehr leid tue und Sie Ihr bestmögliches tun würden – nehmen Sie diese Beschwerde einfach nur zur Kenntnis und optimieren Sie ihr Angebot! Dazu zählt, die Preise auf ein zu rechtfertigendes Niveau zu senken und die Wartezeiten annehmbar zu gestalten, anstatt Ihre Monopolstellung derart auszunutzen. Sie glauben gar nicht, wie viele Menschen empört über Ihre Preispolitik und das ineffiziente Vorortmanagement sind – sehen Sie diese Beschwerde stellvertretend für all jene, welche nicht die Muße aufbringen, Ihnen zu schreiben!

Gruß X. Y.

PS: Ihre Kontaktmöglichkeit auf der Homepage zu „Fragen und Anregungen“ funktioniert nicht (Fehler 502)

Puttgarden Fähre nach Rödby – besser eine Alternative nutzen

Stichworte als  Nichtbestandteil der Mail natürlich, doch zum besseren Auffinden des Artikels abschließend angehängt: hohe Wartezeit der Puttgarden Fähre und Preise viel zu hoch. Außerdem, dass auch ja jeder diesen Artikel findet und sich eine Überfahrt mit der Fähre von Puttgarden nach Rödby zweimal überlegt, weitere Suchwörter. Scandlines Abzocke, Fähre Puttgarden Erfahrung, Alternative zu Rödby zum Beispiel über Zug oder auch Flugzeug – der Preis scheint erst einmal teurer, aber berechnet auch die gesparte Wartezeit und den Stress des kostbaren Urlaubs ein! Außerdem kostet die Scandlines-Fähre immerhin fast 200 Euro pro Auto und 2 Personen bei Hin- und Rückfahrt!

Die Adresse der Fähre von Puttgarden fürs Navi lautet übrigens:

Fährhafenstrasse (keine genaue Hausnummer angegeben)
23769 Puttgarden
Deutschland

(es wird dennoch dringend empfohlen, auf die Fähre zu verzichten!)

UPDATE August 2015: E-Mail-Antwort von Scandlines!

Nach meinem empörten und sicherlich teils grenzwertigen Tonfalls habe ich doch eine recht freundliche und vor allem Umfangreiche Mail von Scandlines bzgl. der Wartezeiten, Preise etc. bei der Fähre erhalten. Ich zitiere sie in Gänze:

Sehr geehrter Herr X,

hiermit bestätige ich Ihnen den Erhalt Ihrer Email vom 21.7. hiermit bestätigen und ja, ich danke Ihnen dafür. Ihr Unmut über die lange Wartezeit am 18.7. in Puttgarden ist sehr gut zu verstehen.

Wartezeiten, die unbegründet erscheinen und fehlende Information zur Abfertigung sind aus Kundensicht wirklich kritikwürdig.

Ich möchte Ihnen versichern, dass wir bestrebt sind, Wartezeiten für unsere Kunden zu vermeiden und die schnellstmögliche Beförderung zu organisieren. So wie sich uns der Vorgang darstellt, war in Ihrem Fall leider keine frühere Abfahrt realisierbar.

Der 18. Juli war ein Tag mit außerordentlicher Verkehrsdichte, bis in die Abendstunden hinein. An dem Wochenende war Ferienbeginn in einigen Bundesländern und sehr viele skandinavische Kunden reisten aus ihrem Urlaub zurück.

Von Seiten des Hafens wurde uns mitgeteilt, dass die Abfertigung den gültigen Beladeprinzipien entsprach und kein Fahrzeug ungerechtfertigt bevorzugt wurde.

Einen Fehler kann ich nicht ausschließen. Deshalb biete ich Ihnen gern an, anhand Ihrer Ticketnummer den Check In Verlauf  zu prüfen.

Der Beladevorgang wird zentral gesteuert und berücksichtigt die Fahrzeugkategorie und die tarifgebundenen Check In Zeiten, um die Kapazitäten auf den Ladedecks optimal auszulasten.

Kunden mit einem FLEX Tarif (z.B. mit einem AutoBizz-Transponder) haben eine Beförderungsgarantie mit der nächsten Abfahrt bis 5min vor der regulären Abfahrt.  Kunden mit einer Buchung im Internet, unserem Servicecenter oder im Reisebüro haben einen reservierten Platz auf der gebuchten Abfahrt, wenn bis 15min vor der regulären Abfahrt eingecheckt wird.

Kommt man nach Ablauf der Check In Frist oder kauft das Ticket erst im Hafen, wird die Spur für die nicht reservierten Pkw zugewiesen, von der die Pkw nach Platzverfügbarkeit abgerufen werden.

Der operative Ablauf auf dem Terminal ist zeitlich genau bemessen und lässt in der Regel leider keine Möglichkeit, Kunden zu informieren.   Da die Situation sich laufend änderte, war es nicht möglich, verbindlich über Wartezeiten zu informieren. Erscheint z.B. ein zur Abfahrt gebuchter Bus nicht pünktlich, können 4-5 Pkw mit an Bord. Dies ist nicht vorhersehbar und beeinflusst die tatsächliche Beladung erheblich. Ungeachtet dessen, wird an der Verbesserung der Kommunikation gearbeitet. Eine spezielle Arbeitsgruppe untersucht die Möglichkeiten und erste Ergebnisse sind bereits umgesetzt.

Hinsichtlich der Preispolitik möchte ich wie folgt antworten:

Scandlines bietet seit 2010 drei verschiedene Tarifgruppen, die sich preislich z.T. erheblich unterscheiden. Angebot und Nachfrage des vergleichbaren Vorjahrestages bilden die Basis für die Höhe des Tarifes auf der jeweiligen Linie und es gelten jeweils spezifische Bedingungen, die an die Tarifgruppe geknüpft sind.

So sind einige Wochenenden oder Ferienzeiten auch in der Nebensaison stark frequentiert und rechtfertigen einen höheren Preis wie in unserer Hauptreisezeit Juni bis August. Mit günstigeren Preisen und besonderen online Angeboten wird versucht, Kunden auf verkehrsschwache Reisetermine zu lenken.

Man war in den vergangenen Jahren immer bestrebt, an einem konstanten Preisgefüge festzuhalten. Aber wie jeder Verbraucher in Deutschland sieht sich auch unser Unternehmen mit ständig steigenden Kosten für Waren und Dienstleistungen konfrontiert.

In der Schifffahrt sind z.B. seit Jahresbeginn neue Gesetze zum Umweltschutz wirksam, die  umfassende Umbauten an den Antrieben unserer Fähren erforderte. Diese Investitionen sind mit ein Grund, dass ein spürbarer Teil der Mehrkosten für den Betrieb unserer Fährlinien an unsere Kunden weitergeben werden musste.

Ungeachtet dessen wird weiterhin ein dreistufiges Tarifmodell angeboten. Bucht man z.B. im Internet bis 14 Tage vor Reiseantritt, kann man den günstigsten Pkw-Tarif zum Preis von 39 € bzw. 67 € (je nach Reisedatum) erwerben.

Mehr Informationen zu den Tarifbedingungen finden Sie im Internet.

http://www.scandlines.de/kunden-service/2015-anderungs-und-stornierungsverfahren-tickets.aspx

Sehr geehrter Herr x,

Ich hoffe, Sie können diese Antwort akzeptieren und unser Vorgehen nun besser nachvollziehen.

Sollte ein Aspekt nicht ausreichend  berücksichtigt worden sein, wenden Sie sich bitte direkt an mich.

Es würde uns freuen, Sie gelegentlich wieder an Bord begrüßen zu können und wie gewohnt eine reibungslose Abfertigung bieten.

Unser Servicecenter steht Ihnen gern beratend zur Seite, um beim nächsten Mal den passendsten günstigsten Tarif zu finden.

Es ist Montag bis Freitag von 8-20 Uhr und Samstag/Sonntag/Feiertag 9-18 Uhr telefonisch unter der Rufnummer 0381-77 88 77 66 erreichbar.

Sei Du selbst und verstecke Dich – zur Werbekampagne #ungeschminkteWahrheit

dermablend ungeschminkte wahrheit werbung

Die Werbelügen werden immer dreister. Nicht nur, dass man orientierungsschwachen Menschen ständig falsche Werte und Normen über das Aussehen und seiner Bedeutung vermittelt; nun suggeriert man auch noch das Überschminken von Tattoos als Teil einer „Bleib-Dir-selbst-treu“-Philosophie – die aktuelle Kampagne des Kosmetikherstellers „VICHY“ zeigt ungewollt auf wunderbare Weise, wie bigott und paradox im Marketing zur Manipulation der Menschen gegriffen wird.

Großmundig wird die #ungeschminkteWahrheit Werbekampagne eines Make-Ups mit folgenden Worten eingeleitet:

Ob mit Hautmakeln oder ohne, ob tätowiert oder nicht – jeder hat das Recht so zu sein, wie er ist. Mit dem stark deckenden Vichy Dermablend Make-up kann man selbst entscheiden, ob und wann man seine persönliche #ungeschminkteWahrheit zeigen möchte.

Fairerweise muss man sagen, dass auch auf die Möglichkeit zur Awendung bei Vitiligo-Betroffenen verwiesen wird – doch unleugbar ambivalent ist der Aufmacher, man könne sich als bspw. Tättowierter besonders treu bleiben, wenn man seine die Selbstidentifikation stärkenden Hautverzierungen vor unliebsamen Blicken mithilfe des „Dermablend“-Makeups versteckt.

Kapitalismus-Kritik aus karmischer Sicht

Begünstigt unser gegenwärtiges Gesellschaftssystem eine glücksversprechende Selbstentfaltung oder beruht es auf destruktiven Grundprinzipien? Diese Frage kann unter der Prämisse karmischer Wirklichkeit und den vier edlen Wahrheiten des Buddhismus eindeutig und argumentativ schlüssig beantwortet werden.

Das heutige, kapitalistisch-marktwirtschaftliche System  beruht ja grundsätzlich darauf,  stets nach Profit, nach Maximierung des Gewinns zu streben. Dieses System fußt also auf dem Fundament der negativen, menschlichen Charaktereigenschaften, nämlich dem „Geistesgift“ Gier – eine der drei grundlegenden Ursachen erfahrenen Leids laut Siddharta Gautama („Buddha“): die Hauptantriebsfeder des menschlichen Daseins bzw. seiner (ökonomischen) Schaffenskraft wird im Kapitalismus gemäß seines Zwanges zu stetem Wachstum und ständigem Profit wesentlich durch die Gier bestimmt. An dieser Stelle bietet es sich an, in der karmischen Logik einen unübersehbaren Zusammenhang zur Theorie von Karl Marx und der generellen Ungeeignetheit des Kapitalismus für das menschliche Wohlergehen aufzuzeigen: Im marktwirtschaftlichen Kapitalismus ist wie dargelegt die Absicht tätig zu sein der Geldgier bzw. Kapitalakkumulation geschuldet. Also finden wir weitestgehend niederste Beweggründe für produktives Schaffen vor. Beweggrund, Intention und Absicht sind Synonyme für Karma. Karma heißt, dass jede Wirkung eine Ursache hat.

Da alle Wirtschaftsteilnehmer dieses Systems täglich diesem Giertrieb ergeben, ja regelrecht nur dadurch im und am Leben sind, widerfährt ihnen vielfach mehr Leid, als wäre ihr Schaffen (wie von Marx gedacht[1]) auf die tatsächliche Bedürfnisbefriedigung der Menschen ausgerichtet und nicht auf Anhäufung von Reichtum. Tatsächlich finden wir heute eine steigende Rate von psychisch Kranken vor[2] [3] [4], obwohl der materielle Wohlstand und die medizinische Forschung so fortschrittlich wie nie zuvor ausfallen. Auch wäre es so nur folgerichtig, der Allgemeinheit dienende, den Profit jedoch schmälernde Forschungsergebnisse zurückzuhalten[5] bis hin zum Ausschluss ganzer Ethnien bei der Berücksichtigung neuer Arzneimittelerforschung – wie erst kürzlich vom Pharmakonzern „Bayer AG“ öffentlich eingeräumt[6]. Weiterhin fördert, fordert und vertieft der kompetitive Wettbewerb als ständiges Gegeneinander der Menschen ihre negativen Grundeigenschaften, sodass eine Überwindung des wirtschaftlichen Konkurrenzdenkens – unter Kenntnisnahme als ehemaliges, doch mittlerweile überholtes Wohlstandselement – unerlässlich scheint.

Wir finden also schon aus karmischer Sicht und Logik heraus  schwer zu leugnende Argumente für die Errichtung nichtkapitalistischer Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme. Ungeachtet haltloser Schmähungen sollte daher eine ergebnisoffene Reetablierung der marxschen Idee in den öffentlichen Diskurs vorgenommen, heißt: wenigstens einmal  „die Systemfrage“ neu zustellen – erst auf dieser Basis können überhaupt Alternativen zum Kapitalismus ernsthaft diskutiert werden, ohne dass die eine Ideologie (zb. Marx‘ Ansatz) noch die andere (zb. Freiwirtschaftslehre nach Gesell) als gesetzt gelten.

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[1] Vgl. Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I. Der Produktionsprozeß des Kapitals, in: Marx, Karl/ Engels, Friedrich, Werke, Band 23, Berlin 1988, S. 652.

[2] Vgl. dpa-Meldung: „Studie: Immer mehr psychisch Kranke in Kliniken“, in: http://www.focus.de/politik/deutschland/krankenhaeuser-studie-immer-mehr-psychisch-kranke-in-kliniken_aid_649498.html [26.07.2011], zuletzt geprüft: 09.10.2014, 14:48.

[3] Vgl. Reuters-Meldung: „Studie: Fast 40 Prozent der Europäer sind psychisch krank“, in: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/studie-fast-40-prozent-der-europaeer-sind-psychisch-krank-a-784400.html [05.09.2011], zuletzt geprüft: 14.10.2014, 17:21.

[4] Vgl. Ärzteblatt: Psychische Leiden rücken als Todesursache mehr in den Fokus, in: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61034/Psychische-Leiden-ruecken-als-Todesursache-mehr-in-den-Fokus [27.11.2014], zuletzt geprüft: 27.12.2014, 16:28.

[5] Dieser Widerspruch, diese Ambivalenz zwischen gesellschaftlichem Allgemeinwohl einer- und privatem Eigeninteresse andererseits lässt sich beispielhaft an folgendem Gedankengang mit der Frage festmachen, ob denn ein Pharmakonzern überhaupt an einer allgemeinen Gesundung interessiert wäre und ein etwaiges „Panazee“ bereitwillig zur Verfügung stellen oder gar gezielt entwickeln würde; schließlich würde er sich ja damit seiner eigenen Existenzgrundlage wesentlich berauben und daher diesen Konflikt zwischen unheilsamer Gier und heilsamer Selbstlosigkeit nur unter völlig neuen, politökonomischen Rahmenbedingungen lösen können. Diese verborgene Dialektik wurde bereits neulich ausführlicher dargestellt.

[6] Es handelt sich hierbei um ein neues Krebsmedikament namens „Nexavar“, das zwar für den westlichen, aus Kostengründen aber nicht für den indischen Markt entwickelt, getestet und zugelassen wurde. Vgl. Nagarajan, Rema: „Pharma drug development only for wealthy countries?“, in: timesofindia.indiatimes.com/business/india-business/Pharma-drug-development-only-for-wealthy-countries/articleshow/29456711.cms [27.01.2014], zuletzt geprüft: 09.10.2014, 14:47.

Zur Unvereinbarkeit medizinischer Gesunderhaltung und ökonomischem Profitstreben

Folgend ein paar Überlegungen über die (Un-)Vereinbarkeit von Profitmaximierung und Gesundheitsfürsorge – exemplarisches Aufzeigen der Schwächen einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung.

Über ökonomisch wertlose doch medizinisch wertvolle Medikamente

Ein gutes Beispiel für die Absonderlichkeit eines profitorientierten Gesundheitssystem stellt eine aktuell laufende Studie[1] der Charité Berlin zur Wirksamkeit von Ketamin bei Schwerdepressiven dar. Obwohl etwa 20 Prozent aller an Depression Erkrankten auf gängige Pharmazeutika nicht ansprechen[2], konnte man mit Ketamin selbst bei dieser Zielgruppe beachtliche Erfolge erzielen:  Zwischen 60 und 70 Prozent der als therapieresistent eingeordneten Testpersonen erging es unmittelbar nach der Ketamin-Injektion deutlich und nachhaltig besser[3]. Dennoch besteht wenig Anlass auf Hoffnung für Nichtprobanden, da eine Zulassung von Ketamin als antidepressives Medikament unrealistisch erscheint. So erklärt Prof. Dr. Michael Deuschle in seiner Funktion als Oberarzt in der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim dem Nachrichtenmagazin „VICE“  gegenüber, dass „keine Pharmafirma den hohen Aufwand, den Prozess der Zulassungsstudien des Zulassungsmedikaments“ für ein nicht mehr patentierbares (da 1962 erstmals synthetisiert und vier Jahre später patentiert) Arzneimittel auf sich nähme[4]. In der Bewertung muss man also unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass einzig und allein aus fehlender Profitperspektive heraus psychisch schwerbelasteten Menschen nicht geholfen werden will – nicht kann, will.

Vom Wissen und Missachten des „Werther-Effektes“

Diese Absonderlichkeit sei folgend mit einem weiteren Beispiel illustriert. Trotz seiner Erwiesenheit[5] wird den Auswirkungen des „Werther-Effektes“[6]  durch den auch den Medien unterliegenden Profitzwang heute wenig Beachtung geschenkt – wenn nach Fiedler und Neverla nämlich mehr noch als die eigentliche Berichterstattung eher die Art und Weise der medialen Berichterstattung auf die Suizidrate ausschlaggebend sei[7], so ist es nur legitim zu schlussfolgern, dass aufgrund ebenjenes Profitdrucks (vor allem die boulevardesken) Medien auf den Werther-Effekt wenig Rücksicht nehmen und eine entsprechende Ausschlachtung vor allem prominenter Suizide zur Auflagensteigerung vornehmen (müssen). So hat der Selbstmord des damaligen Fußball-Nationaltorhüters Robert Enke im Jahr 2009 trotz dieser Kenntnis zu einem signifikanten Anstieg der Suizidrate geführt[8].

Wir finden also eine starke Ambivalenz zwischen Gemeinwohl einer- und privatem Profitinteresse andererseits vor, die als unüberbrückbarer Bestandteil dem kapitalistischen System immanent zu sein scheint und nur durch dessen Überwindung in eine postkapitalistische Gesellschaft aufzuheben ist.

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[1] Vgl. CharitéCentrum für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie: Informationsblatt Ketamin, in: http://psychiatrie.charite.de/patienten/behandlung_von_depressionen/behandlung_von_depressionen_mit_ketamin/?no_cache=1&cid=160793&did=54821&sechash=5f445e99 [06.10.2014], zuletzt geprüft: 07.02.2015, 16:41.

[2] Vgl. Hofmann, Birgit / Schauenburg, Henning: Psychotherapie der Depression. Krankheitsmodelle und Therapiepraxis, 2. Auflage, Stuttgart 2007, S. 143.

[3] Vgl. Jimenez, Fanny: Partydroge lässt Depressive hoffen, in: http://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article125656723/Partydroge-laesst-Depressive-hoffen.html [11.03.2014], zuletzt geprüft: 07.02.2015, 22:02.

[4]  Eza, Gizem: Ketamin könnte Depressiven das Leben retten—wird aber wohl nie so eingesetzt, in: www.vice.com/de/read/ketamin-koennte-leben-retten-wird-aber-nie-eingesetzt-werden [21.03.2014], zuletzt geprüft: 07.02.2015, 22:09.

[5] Vgl. Huber, Gerd: Psychiatrie. Lehrbuch für Studium und Weiterbildung, 7. Auflage, Stuttgart 2005, S.593f.

[6] Der sogenannte „Werther-Effekt“ wurde erstmals 1974 vom amerikanischen Soziologen David Philipps als solcher benannt und steht in der Soziologie, Sozialpsychologie und Medienwirkungsforschung für den Zusammenhang zwischen einer erhöhten Selbstmordrate und der medialen Berichterstattung über Suizide. Er geht zurück auf den Goethe-Klassiker „Die Leiden des jungen Werthers“ von 1774.

[7] Lenz, Thomas / Zillien, Nicole: Medien und Gesellschaft, in: Lehr(er)buch Soziologie. Für die pädagogischen und soziologischen Studiengänge, hrsg. v. Herbert Willems, Wiesbaden 2008, S. 435-455.

[8] Vgl. Gerngroß, Johanna: Notfallpsychologie und psychologisches Krisenmanagement. Hilfe und Beratung auf individueller und organisationeller Ebene, Stuttgart 2014, S. 78ff.