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Verhinderte Kommentare und semizensiertes Meinungsklima in der Online-Flüchtlingsdebatte

Die deutsche Medienlandschaft scheint im Umgang mit Online-Kommentatoren unter ihren Artikeln über ein beliebiges Flüchtlingsthema sehr gespalten. Einige Nachrichtenportale ermöglichen eine Online-Diskussion, andere nur äußerst spärlich und wiederum andere überhaupt nicht.

Dazu eine kurze, bei weitem nicht vollständige Liste der entsprechenden Nachrichtenportale.

Ermöglicht oft eine Diskussion unter Flüchtlingsartikeln:

Welt online

Focus online

Ermöglicht selten eine Diskussion unter Flüchtlingsartikeln:

Spiegel online*

Ermöglicht keine Diskussion unter Flüchtlingsartikeln:

Bild.de**

Meinungsklima in den Kommentarbereichen:

Interessant ist auch die Beobachtung, dass in JEDEM Diskussionsstrang eines Artikels zur Flüchtlingsproblematik die Kritiker zu über 90% überwiegen! Fast alle Kommentatoren kritisieren den planlosen Umgang der Bundesregierung mit den nach Deutschland und Europa strömenden Flüchtlingen. Dennoch sollen laut Umfragen noch etwa 50% der Deutschen für die Aufnahme von weiteren Flüchtlingen sein. Wie lässt sich diese Diskrepanz erklären? Manipulation ist sicherlich nicht der Schlüssel zur Beantwortung dieser Frage; vielmehr wird es so sein, dass sich in den Online-Kommentarbereichen überwiegend internetaffine, politisch interessierte Menschen befinden, während die Umfragen auch alle anderen Menschen einbeziehen. Diese Diskrepanz lässt sich nämlich schon seit vielen Jahren beobachten: unter jedem politischen Artikel wird das politische System und die Regierung stark angegriffen; dennoch spiegelt sich diese virtuelle Meinungshoheit nie in den Wahlergebnissen wider.

PS. Damit wir uns nicht falsch verstehen: meiner Auffassung nach hat jeder Mensch dieses gemeinsamen Planeten das Recht, sein Wohnland selbst festzulegen und schrankenlos siedeln zu dürfen UND können. Leider verhindert dies unser gegenwärtiges System „Kapitalismus“ und erschwert zudem die Integration von Flüchtlingen – weil es eben viel kostet und das Geld nicht von dort genommen wird, wo es reichlich vorhanden ist; nämlich bei den „Hyperreichen“ (Multi)Millionären. Stattdessen belastet man „die kleinen Leute“ und provoziert so enorme soziale Spannungen. So kann man vor Not und Elend fliehende Menschen in nur viel zu geringer Anzahl menschenwürdig versorgen, die Kapazitäten platzen dennoch jetzt schon aus allen Nähten. Überdies trägt der Kapitalismus durch seinen immerwährenden Profitzwang die Hauptschuld an Armut und Krieg – und damit den wesentlichen Ursachen der Flüchtlingsströme. Die westliche Welt profitiert seit Jahrhunderten von der Ausbeutung rohstoffreicher, doch letztlich armer Länder. Nun müssen sie diese selbst gekochte Suppe auch auslöffeln! Überdies gilt es zu beachten, dass die neuen Mitmenschen mehr revolutionäres Potential mitbringen, als der alteingessene Deutsche: nicht unwahrscheinlich, dass wir uns mit den Flüchtlingen die Totengräber des Kapitalismus ins Boot geholt haben; es wäre großartig!

* Spiegel online am 8.10.2015:

Liebe Leserinnen und Leser,im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf SPIEGEL ONLINE finden Sie unter diesem Text kein Forum. Leider erreichen uns zum Thema Flüchtlinge so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Forumsbeiträge, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Deshalb gibt es nur unter ausgewählten Artikeln zu diesem Thema ein Forum. Wir bitten um Verständnis.

** „Bild“ fragt am 8.10. ihre Leser per Telefon und Zuschrift um deren Meinung, gewährt aber weiterhin keinen Raum für Online-Diskussionen.

NACHTRAG 16.10.:

„Bild“ hat meine Anfrage beantwortet, weshalb denn keine Flüchtlingsartikel kommentierbar seien. Die Antwort war recht ausweichend:

„Auch bei uns ist es möglich, bestimmte Artikel zur Flüchtlingsthematik zu kommentieren, heute zum Beispiel diesen:

Der erste Kommentarbereich überhaupt! Aber wieso gibt es sonst keine Kommentarfunktion? Dem wich man in der Antwort gekonnt aus…

Wie die Flüchtlingsfrage gelöst werden könnte

In diesen Tagen kommen immer gewaltigere Kraftanstrengungen auf Deutschland zu, denn ungebrochen hält der Flüchtlingsansturm nach Mitteleuropa an – unhaltbaren kriegerischen oder ökonomischen Zuständen versuchen Millionen Menschen weltweit, zu entkommen.  Und wer kann es ihnen verdenken?

Die oberste Ursache der Flüchtlingsbewegung liegt zunächst in der Ausbeutung und Unterdrückungspraxis durch die Erste Welt gegenüber der Dritten Welt. Eine zweite, konkrete Ursache für die vielen Nah-Ost-Flüchtlinge, besteht in der Destabilisierung der gesamten Region durch die US- und NATO geführten Angriffs- und Ressourcenkriege.  Nun löffeln wir die Suppe aus, die wir selbst Jahre lang angerührt haben.

Aber wie ließe sich die Krise nun lösen?

Theoretisch müsste man die Ursache – Armut und Krieg – an ihrer Wurzel packen. Dazu aber bedarf es eines postkapitalistischen Gesellschaftssystems, denn im Gegenwartssystem Kapitalismus gehört Ausbeutung und Krieg untrennbar zusammen. Diese Unvereinbarkeit von Wunsch (globaler Frieden) und Realität muss medial diskutiert werden!

Wie aber die Krise jetzt vor Ort lösen? Letztlich läuft die „Flüchtlingsfrage“ immer auf den Aspekt der Finanzierung hinaus: können wir uns dies leisten? Und hier böte es sich an, endlich mal ein paar Prozentanteile Solidarsteuer der wirklich reichen einzubeziehen – gestaffelt nach vermögen, müssten Millionäre, Multimillionäre und Milliardäre nur wenige Prozent ihres unsäglich gewaltigen Vermögens abtreten und die Kostenfrage wäre vollständig gelöst. Und wahrscheinlich würden es die Betreffenden auch gar nicht mitbekommen, dass an ihrem Kontostand minimalste Veränderung stattfand.

Wieso aber liest man diesen Vorschlag KEIN EINZIGES MAL in den Medien? Vielleicht, weil einige der „Superreichen“ große Mediennetzwerke ihr Eigen nennen? Aber es widerspricht auch dem marktwirtschaftlichen Geist, dass  jemand sein Privatbesitz aus Nächstenhilfe teilen muss. Nein, da belasten wir lieber den normalen Bürger mit all den Unkosten, bloß nicht die Milliarden von dort einfordern, wo sie ungebraucht herumliegen.

NACHTRAG:

Ein äußerst wichtiger fakt wurde völlig vergessen – die Nichthilfe und Ignoranz der reichen arabischen Nachbarstaaten um die Saudi Arabien, VAE, Qatar und co.  Quasi keinen einzigen syrischen Flüchtling haben diese Länder aufgenommen. Wie ist das zu erklären? Und wieso stürzen sich nicht die Medien auf diese Ungereimtheit und fordern diploatmische Konsequenzen? Wieso fordert die Bundesregierung nicht lautstark, sich an der Bewältigung der Flüchtlingskrise zu beteiligen?

Eine mögliche Erklärung für dieses asoziale, unsolidarische Verhalten liefert der Missionierungsgedanke. Macht es aus Sicht dieser muslimischen Staat nicht sehr viel Sinn, Millionen von Muslimen nach Europa wandern zu lassen, sodass sich dort die Religion verbreitet? Auch bergen diese Flüchtlingsströme das Potential zur Destabilisierung des europäischen Sozialgefüges sowie einer ökonomischen Schwächung. Dies wiederum läge doch sehr im Sinne der Wirtschaftskonkurrenz, zum Beispiel der USA. Aus diesem Grund vermuten manche auch den Einsatz der Flüchtlingswelle als sog. Migrationswaffe.

PS. dass wir uns nicht falsch verstehen: ich verstehe jeden einzelnen Flüchtling, habe gar Verständnis für sog. „Wirtschaftsflüchtlinge“ aus dem Balkan. Meinetwegen kann jeder Mensch dorthin gehen, wo er sich am meisten Glück verspricht. Das Problem liegt aber in unserem Gegenwartssystem namens Marktwirtschaft, welches soziale Wohltat als inkompatibel zur Ideologie des ständigen Profitzwanges betrachtet (siehe oben Ausführungen zu den kaum besteurten „Superreichen“). In einem alternativen System  wären die Flüchtlingskosten sehr leicht zu bewältigen, im Kapitalismus allerdings nicht. Zudem setzt der Kapitalismus nicht an den eigentlichen Ursache der Migrationsbewegung an, sondern bedingt diese selbst.

Kapitalismus-Kritik aus karmischer Sicht

Begünstigt unser gegenwärtiges Gesellschaftssystem eine glücksversprechende Selbstentfaltung oder beruht es auf destruktiven Grundprinzipien? Diese Frage kann unter der Prämisse karmischer Wirklichkeit und den vier edlen Wahrheiten des Buddhismus eindeutig und argumentativ schlüssig beantwortet werden.

Das heutige, kapitalistisch-marktwirtschaftliche System  beruht ja grundsätzlich darauf,  stets nach Profit, nach Maximierung des Gewinns zu streben. Dieses System fußt also auf dem Fundament der negativen, menschlichen Charaktereigenschaften, nämlich dem „Geistesgift“ Gier – eine der drei grundlegenden Ursachen erfahrenen Leids laut Siddharta Gautama („Buddha“): die Hauptantriebsfeder des menschlichen Daseins bzw. seiner (ökonomischen) Schaffenskraft wird im Kapitalismus gemäß seines Zwanges zu stetem Wachstum und ständigem Profit wesentlich durch die Gier bestimmt. An dieser Stelle bietet es sich an, in der karmischen Logik einen unübersehbaren Zusammenhang zur Theorie von Karl Marx und der generellen Ungeeignetheit des Kapitalismus für das menschliche Wohlergehen aufzuzeigen: Im marktwirtschaftlichen Kapitalismus ist wie dargelegt die Absicht tätig zu sein der Geldgier bzw. Kapitalakkumulation geschuldet. Also finden wir weitestgehend niederste Beweggründe für produktives Schaffen vor. Beweggrund, Intention und Absicht sind Synonyme für Karma. Karma heißt, dass jede Wirkung eine Ursache hat.

Da alle Wirtschaftsteilnehmer dieses Systems täglich diesem Giertrieb ergeben, ja regelrecht nur dadurch im und am Leben sind, widerfährt ihnen vielfach mehr Leid, als wäre ihr Schaffen (wie von Marx gedacht[1]) auf die tatsächliche Bedürfnisbefriedigung der Menschen ausgerichtet und nicht auf Anhäufung von Reichtum. Tatsächlich finden wir heute eine steigende Rate von psychisch Kranken vor[2] [3] [4], obwohl der materielle Wohlstand und die medizinische Forschung so fortschrittlich wie nie zuvor ausfallen. Auch wäre es so nur folgerichtig, der Allgemeinheit dienende, den Profit jedoch schmälernde Forschungsergebnisse zurückzuhalten[5] bis hin zum Ausschluss ganzer Ethnien bei der Berücksichtigung neuer Arzneimittelerforschung – wie erst kürzlich vom Pharmakonzern „Bayer AG“ öffentlich eingeräumt[6]. Weiterhin fördert, fordert und vertieft der kompetitive Wettbewerb als ständiges Gegeneinander der Menschen ihre negativen Grundeigenschaften, sodass eine Überwindung des wirtschaftlichen Konkurrenzdenkens – unter Kenntnisnahme als ehemaliges, doch mittlerweile überholtes Wohlstandselement – unerlässlich scheint.

Wir finden also schon aus karmischer Sicht und Logik heraus  schwer zu leugnende Argumente für die Errichtung nichtkapitalistischer Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme. Ungeachtet haltloser Schmähungen sollte daher eine ergebnisoffene Reetablierung der marxschen Idee in den öffentlichen Diskurs vorgenommen, heißt: wenigstens einmal  „die Systemfrage“ neu zustellen – erst auf dieser Basis können überhaupt Alternativen zum Kapitalismus ernsthaft diskutiert werden, ohne dass die eine Ideologie (zb. Marx‘ Ansatz) noch die andere (zb. Freiwirtschaftslehre nach Gesell) als gesetzt gelten.

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[1] Vgl. Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I. Der Produktionsprozeß des Kapitals, in: Marx, Karl/ Engels, Friedrich, Werke, Band 23, Berlin 1988, S. 652.

[2] Vgl. dpa-Meldung: „Studie: Immer mehr psychisch Kranke in Kliniken“, in: http://www.focus.de/politik/deutschland/krankenhaeuser-studie-immer-mehr-psychisch-kranke-in-kliniken_aid_649498.html [26.07.2011], zuletzt geprüft: 09.10.2014, 14:48.

[3] Vgl. Reuters-Meldung: „Studie: Fast 40 Prozent der Europäer sind psychisch krank“, in: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/studie-fast-40-prozent-der-europaeer-sind-psychisch-krank-a-784400.html [05.09.2011], zuletzt geprüft: 14.10.2014, 17:21.

[4] Vgl. Ärzteblatt: Psychische Leiden rücken als Todesursache mehr in den Fokus, in: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61034/Psychische-Leiden-ruecken-als-Todesursache-mehr-in-den-Fokus [27.11.2014], zuletzt geprüft: 27.12.2014, 16:28.

[5] Dieser Widerspruch, diese Ambivalenz zwischen gesellschaftlichem Allgemeinwohl einer- und privatem Eigeninteresse andererseits lässt sich beispielhaft an folgendem Gedankengang mit der Frage festmachen, ob denn ein Pharmakonzern überhaupt an einer allgemeinen Gesundung interessiert wäre und ein etwaiges „Panazee“ bereitwillig zur Verfügung stellen oder gar gezielt entwickeln würde; schließlich würde er sich ja damit seiner eigenen Existenzgrundlage wesentlich berauben und daher diesen Konflikt zwischen unheilsamer Gier und heilsamer Selbstlosigkeit nur unter völlig neuen, politökonomischen Rahmenbedingungen lösen können. Diese verborgene Dialektik wurde bereits neulich ausführlicher dargestellt.

[6] Es handelt sich hierbei um ein neues Krebsmedikament namens „Nexavar“, das zwar für den westlichen, aus Kostengründen aber nicht für den indischen Markt entwickelt, getestet und zugelassen wurde. Vgl. Nagarajan, Rema: „Pharma drug development only for wealthy countries?“, in: timesofindia.indiatimes.com/business/india-business/Pharma-drug-development-only-for-wealthy-countries/articleshow/29456711.cms [27.01.2014], zuletzt geprüft: 09.10.2014, 14:47.

Zur Unvereinbarkeit medizinischer Gesunderhaltung und ökonomischem Profitstreben

Folgend ein paar Überlegungen über die (Un-)Vereinbarkeit von Profitmaximierung und Gesundheitsfürsorge – exemplarisches Aufzeigen der Schwächen einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung.

Über ökonomisch wertlose doch medizinisch wertvolle Medikamente

Ein gutes Beispiel für die Absonderlichkeit eines profitorientierten Gesundheitssystem stellt eine aktuell laufende Studie[1] der Charité Berlin zur Wirksamkeit von Ketamin bei Schwerdepressiven dar. Obwohl etwa 20 Prozent aller an Depression Erkrankten auf gängige Pharmazeutika nicht ansprechen[2], konnte man mit Ketamin selbst bei dieser Zielgruppe beachtliche Erfolge erzielen:  Zwischen 60 und 70 Prozent der als therapieresistent eingeordneten Testpersonen erging es unmittelbar nach der Ketamin-Injektion deutlich und nachhaltig besser[3]. Dennoch besteht wenig Anlass auf Hoffnung für Nichtprobanden, da eine Zulassung von Ketamin als antidepressives Medikament unrealistisch erscheint. So erklärt Prof. Dr. Michael Deuschle in seiner Funktion als Oberarzt in der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim dem Nachrichtenmagazin „VICE“  gegenüber, dass „keine Pharmafirma den hohen Aufwand, den Prozess der Zulassungsstudien des Zulassungsmedikaments“ für ein nicht mehr patentierbares (da 1962 erstmals synthetisiert und vier Jahre später patentiert) Arzneimittel auf sich nähme[4]. In der Bewertung muss man also unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass einzig und allein aus fehlender Profitperspektive heraus psychisch schwerbelasteten Menschen nicht geholfen werden will – nicht kann, will.

Vom Wissen und Missachten des „Werther-Effektes“

Diese Absonderlichkeit sei folgend mit einem weiteren Beispiel illustriert. Trotz seiner Erwiesenheit[5] wird den Auswirkungen des „Werther-Effektes“[6]  durch den auch den Medien unterliegenden Profitzwang heute wenig Beachtung geschenkt – wenn nach Fiedler und Neverla nämlich mehr noch als die eigentliche Berichterstattung eher die Art und Weise der medialen Berichterstattung auf die Suizidrate ausschlaggebend sei[7], so ist es nur legitim zu schlussfolgern, dass aufgrund ebenjenes Profitdrucks (vor allem die boulevardesken) Medien auf den Werther-Effekt wenig Rücksicht nehmen und eine entsprechende Ausschlachtung vor allem prominenter Suizide zur Auflagensteigerung vornehmen (müssen). So hat der Selbstmord des damaligen Fußball-Nationaltorhüters Robert Enke im Jahr 2009 trotz dieser Kenntnis zu einem signifikanten Anstieg der Suizidrate geführt[8].

Wir finden also eine starke Ambivalenz zwischen Gemeinwohl einer- und privatem Profitinteresse andererseits vor, die als unüberbrückbarer Bestandteil dem kapitalistischen System immanent zu sein scheint und nur durch dessen Überwindung in eine postkapitalistische Gesellschaft aufzuheben ist.

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[1] Vgl. CharitéCentrum für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie: Informationsblatt Ketamin, in: http://psychiatrie.charite.de/patienten/behandlung_von_depressionen/behandlung_von_depressionen_mit_ketamin/?no_cache=1&cid=160793&did=54821&sechash=5f445e99 [06.10.2014], zuletzt geprüft: 07.02.2015, 16:41.

[2] Vgl. Hofmann, Birgit / Schauenburg, Henning: Psychotherapie der Depression. Krankheitsmodelle und Therapiepraxis, 2. Auflage, Stuttgart 2007, S. 143.

[3] Vgl. Jimenez, Fanny: Partydroge lässt Depressive hoffen, in: http://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article125656723/Partydroge-laesst-Depressive-hoffen.html [11.03.2014], zuletzt geprüft: 07.02.2015, 22:02.

[4]  Eza, Gizem: Ketamin könnte Depressiven das Leben retten—wird aber wohl nie so eingesetzt, in: www.vice.com/de/read/ketamin-koennte-leben-retten-wird-aber-nie-eingesetzt-werden [21.03.2014], zuletzt geprüft: 07.02.2015, 22:09.

[5] Vgl. Huber, Gerd: Psychiatrie. Lehrbuch für Studium und Weiterbildung, 7. Auflage, Stuttgart 2005, S.593f.

[6] Der sogenannte „Werther-Effekt“ wurde erstmals 1974 vom amerikanischen Soziologen David Philipps als solcher benannt und steht in der Soziologie, Sozialpsychologie und Medienwirkungsforschung für den Zusammenhang zwischen einer erhöhten Selbstmordrate und der medialen Berichterstattung über Suizide. Er geht zurück auf den Goethe-Klassiker „Die Leiden des jungen Werthers“ von 1774.

[7] Lenz, Thomas / Zillien, Nicole: Medien und Gesellschaft, in: Lehr(er)buch Soziologie. Für die pädagogischen und soziologischen Studiengänge, hrsg. v. Herbert Willems, Wiesbaden 2008, S. 435-455.

[8] Vgl. Gerngroß, Johanna: Notfallpsychologie und psychologisches Krisenmanagement. Hilfe und Beratung auf individueller und organisationeller Ebene, Stuttgart 2014, S. 78ff.

Weshalb es noch nie Sozialismus geben konnte

Zur Verteidigung der marxschen Idee wird folgend in einem kurzen Gedankenexkurs gezeigt, weshalb die selbst unter Geschichtswissenschaftlern weit verbreitete Annahme vom angeblich schon vorhandenen oder gar gescheiterten Sozialismus irrt. Unstrittig ist, dass Marx ein geschichtsphilosophisches Modell entwarf, nach dem der Mensch in seiner ersten historischen Epoche in dem von ihm bezeichneten Urkommunismus (der Urgesellschaft, dem quasi marxistisch-historischen Pendant zum „klassischen Naturzustand“) noch klassenlos lebt, ehe sich daraus die Sklavenhaltergesellschaft entwickelte, der die Feudalgesellschaft folgte, welche wiederum in die bis heute andauernde Gegenwartsepoche des Kapitalismus mündete, dessen Nachfolger eines Tages das Gegenwartssystem ablöst und wie alle Epochen zuvor eine wesentliche Verbesserung zum Vergangenen darstellt sowie eine völlig neue Ordnung hervorbringt – die laut Marx eben die Epoche des Sozialismus wäre und die selbst wiederum in den Kommunismus münde. Da wir aber bis heute eine globalkapitalistische Gesellschaft vorfinden, kann doch auch ihr postkapitalistischer Nachfolger Sozialismus bisher unmöglich in Erscheinung getreten sein – gleich wie im historischen Hochfeudalismus niemals kapitalistisch hätte produziert werden können, so wenig hat bisher der Sozialismus irgendwo in der von Marx und Engels postulierten Form existieren können; auch wenn sich einige autoritäre Regime zu Legitimationszwecken diesen Stempel verpassten (Vgl. DDR, UdSSR, China, Nordkorea, etc.).

tl;dr
Als hypothetische Nachfolgeepoche der Gegenwart kann und konnte sich der Sozialismus gegenwärtig schlecht vergegenwärtigen.

Vom wahren Tüchtigen & seinem Lohne

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Während sich die Gutsherren jeden Tag besaufen, darf der die Frucht eigentlich erarbeitende nur gelegentlich vom guten Weine kosten. Eine Analogie für den heutigen Zustand des Arbeitsverhältnisses (Mehrwertraub im Kapitalismus). Unsere Kindeskinder oder deren Kindeskinder werden einmal fragen, weshalb ihre Großväter diesen Zustand solange ertragen und erduldet haben. Und dann werden sie sich erheben um Gerechtigkeit zu arrangieren!

Dann wird sich zeigen: Marx hatte recht gehabt, nur hat man ihn Jahrhunderte falsch verstanden.

http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm